Router
Der Router ist die Schnittstelle zwischen DSL-Anschluss und Heimnetz. Welche Modelle es gibt, was die Routerfreiheit bedeutet und welche WLAN-Standards aktuell sind.
FRITZ!Box als Quasi-Standard
Der Berliner Hersteller AVM dominiert den deutschen Endkunden-Markt mit der FRITZ!Box. Die Geräte werden in mehreren Klassen angeboten:
- FRITZ!Box 7530 / 7530 AX: Mittelklasse, Wi-Fi 5 bzw. Wi-Fi 6. Bis VDSL/Super-Vectoring 250 Mbit/s.
- FRITZ!Box 7590 / 7590 AX: Oberklasse mit DECT-Telefonie, USB-Anschluss für Drucker oder NAS-Speicher.
- FRITZ!Box 5530 / 5590 Fiber: Glasfaser-Varianten mit SFP-Modul.
Im Vergleich zu Provider-eigenen Routern (Speedport von Telekom, EasyBox von Vodafone, 1&1 HomeServer) bietet die FRITZ!Box mehr Konfigurationsmöglichkeiten — etwa für VPN, Gastnetzwerk und detaillierte Statistik.
Routerfreiheit
Seit dem 1. August 2016 gilt in Deutschland die Routerfreiheit — im heutigen Telekommunikationsgesetz ist sie in § 73 TKG geregelt. Das öffentliche Telekommunikationsnetz endet am passiven Netzabschlusspunkt (§ 73 Abs. 1 TKG); Anbieter können Kund:innen zwar ein Endgerät überlassen, dürfen dessen Anschluss und Nutzung aber nicht zwingend vorschreiben (§ 73 Abs. 3 TKG). Ein eigener, technisch geeigneter Router darf also nicht abgelehnt werden. Die notwendigen Zugangsdaten und Informationen für Anschluss und Nutzung muss der Anbieter bei Vertragsschluss unaufgefordert, in Textform und kostenfrei bereitstellen.
Praktisch bedeutet das: Kund:innen können einen eigenen Router kaufen (z. B. eine FRITZ!Box im Handel), statt das Provider-Modell zu mieten. Vorteile: bessere Wiederverkaufbarkeit, unabhängig von Provider-Beschränkungen, oft günstiger über die Vertragslaufzeit.
WLAN-Standards
| Standard | IEEE-Bezeichnung | Frequenzband | Theoret. Maximum | Praxis |
|---|---|---|---|---|
| Wi-Fi 4 | 802.11n | 2,4 + 5 GHz | 600 Mbit/s | 100–200 Mbit/s |
| Wi-Fi 5 | 802.11ac | 5 GHz | 3,5 Gbit/s | 300–800 Mbit/s |
| Wi-Fi 6 | 802.11ax | 2,4 + 5 GHz | 9,6 Gbit/s | 500 Mbit/s – 1,5 Gbit/s |
| Wi-Fi 6E | 802.11ax | 2,4 + 5 + 6 GHz | 9,6 Gbit/s | höher bei wenig Interferenz |
| Wi-Fi 7 | 802.11be | 2,4 + 5 + 6 GHz | 46 Gbit/s | noch wenig Endgeräte |
Mesh-Systeme
In größeren Wohnungen oder Häusern reicht ein einzelner Router oft nicht aus, um überall stabiles WLAN zu liefern. Mesh-Systeme kombinieren mehrere WLAN-Zugriffspunkte zu einem nahtlosen Netz — Geräte wechseln automatisch zum stärksten Knoten. Verbreitete Lösungen:
- AVM FRITZ!Mesh: mehrere FRITZ!Boxen oder FRITZ!Repeater bilden ein Mesh.
- TP-Link Deco, ASUS ZenWiFi, Netgear Orbi: komplette Mesh-Systeme im Set.
- Google Nest WiFi, Amazon eero: einfache Bedienung über App, gut für kleinere Wohnungen.
Sicherheit
Aktuelle Router sollten WPA3 (mindestens WPA2) als Verschlüsselung nutzen. Veraltete Standards wie WEP oder WPA gelten als unsicher. Weitere Sicherheitsempfehlungen:
- Werkseinstellungs-Passwort des Routers ändern.
- Automatische Firmware-Updates aktivieren — moderne FRITZ!Boxen tun das standardmäßig.
- Gastnetzwerk für Besucher und IoT-Geräte einrichten — isoliert vom Hauptnetz.
- UPnP (Universal Plug and Play) deaktivieren, wenn nicht benötigt.
- Fernzugriff (TR-069, MyFRITZ) nur dann aktivieren, wenn wirklich genutzt.
Router selbst kaufen oder mieten?
Bei einer 24-Monats-Laufzeit summieren sich Mietgebühren von 5 Euro/Monat auf 120 Euro — fast der Neupreis eines mittleren FRITZ!Box-Modells. Eigene Hardware lohnt sich:
- Wenn man länger als 2 Jahre beim Anbieter bleibt (oder die Box bei einem Wechsel mitnehmen will — sie funktioniert in der Regel auch bei einem anderen DSL-Anbieter).
- Wenn man individuell konfigurieren will (Telefonie, VPN, NAS-Funktionen).