Geschwindigkeiten

Die in Werbung angegebene Geschwindigkeit sagt wenig über die tatsächliche Nutzererfahrung. Was zählt, sind Downstream, Upstream, Latenz und Stabilität — und wie viele Geräte gleichzeitig im Haushalt aktiv sind.

Downstream und Upstream

Der Downstream bezeichnet die Datenrate vom Internet zum Endgerät — relevant fürs Surfen, Streaming und Downloads. Der Upstream ist die Datenrate in die Gegenrichtung — relevant für Video­telefonie, Uploads, Backups und Cloud-Synchronisation.

Bei DSL-Tarifen ist das Verhältnis typischerweise:

Latenz und Jitter

Die Latenz (Ping) ist die Verzögerung zwischen Abfrage und Antwort, gemessen in Millisekunden. Bei DSL liegt sie typischerweise zwischen 15 und 40 ms, bei Glasfaser zwischen 5 und 15 ms. Für Video­telefonie, Online-Gaming und Cloud-Anwendungen ist eine niedrige Latenz oft wichtiger als hohe Bandbreite.

Der Jitter ist die Schwankung der Latenz. Hohe Jitter-Werte (über 20 ms) führen bei Echtzeit­anwendungen zu Aussetzern. Stabile DSL-Anschlüsse haben Jitter unter 5 ms.

Welcher Tarif für welche Anwendung?

AnwendungEmpfohlene BandbreiteHinweis zum Upstream
E-Mail, Surfen, soziale Medien10–25 Mbit/s1 Mbit/s reicht
HD-Streaming (1080p, ein Gerät)10 Mbit/s1 Mbit/s reicht
4K-Streaming (ein Gerät)25 Mbit/s1 Mbit/s reicht
Mehrere parallele 4K-Streams100 Mbit/s5 Mbit/s sinnvoll
Home Office mit Videokonferenz25–50 Mbit/smin. 5 Mbit/s
Online-Gaming16–50 Mbit/s; Latenz wichtiger als Bandbreite3–5 Mbit/s
Cloud-Backup, große Uploads50–100 Mbit/smin. 10 Mbit/s, höher besser
Haushalt mit 4–6 Geräten parallel100–250 Mbit/smin. 10 Mbit/s

Warum 250 Mbit/s nicht überall ankommen

Die in der Werbung genannten Tarif­geschwindigkeiten werden nicht immer erreicht. Gründe:

Geschwindigkeit messen

Wer prüfen will, was tatsächlich am Endgerät ankommt, sollte mit dem von der Bundes­netzagentur betriebenen Breitbandmessung-Tool messen — sowohl per LAN-Kabel als auch per WLAN. Die Messdaten werden vom Anbieter im Falle einer Minderungs­forderung akzeptiert.