Geschwindigkeiten
Die in Werbung angegebene Geschwindigkeit sagt wenig über die tatsächliche Nutzererfahrung. Was zählt, sind Downstream, Upstream, Latenz und Stabilität — und wie viele Geräte gleichzeitig im Haushalt aktiv sind.
Downstream und Upstream
Der Downstream bezeichnet die Datenrate vom Internet zum Endgerät — relevant fürs Surfen, Streaming und Downloads. Der Upstream ist die Datenrate in die Gegenrichtung — relevant für Videotelefonie, Uploads, Backups und Cloud-Synchronisation.
Bei DSL-Tarifen ist das Verhältnis typischerweise:
- 16 Mbit/s Tarif: 16 Mbit/s Downstream, 1–2 Mbit/s Upstream.
- 50 Mbit/s Tarif: 50 Mbit/s Downstream, 10 Mbit/s Upstream.
- 100 Mbit/s Tarif: 100 Mbit/s Downstream, 40 Mbit/s Upstream.
- 250 Mbit/s Tarif: 250 Mbit/s Downstream, 40 Mbit/s Upstream.
- Glasfaser ab 1 Gbit/s: oft symmetrisch oder mit höherem Upstream-Anteil.
Latenz und Jitter
Die Latenz (Ping) ist die Verzögerung zwischen Abfrage und Antwort, gemessen in Millisekunden. Bei DSL liegt sie typischerweise zwischen 15 und 40 ms, bei Glasfaser zwischen 5 und 15 ms. Für Videotelefonie, Online-Gaming und Cloud-Anwendungen ist eine niedrige Latenz oft wichtiger als hohe Bandbreite.
Der Jitter ist die Schwankung der Latenz. Hohe Jitter-Werte (über 20 ms) führen bei Echtzeitanwendungen zu Aussetzern. Stabile DSL-Anschlüsse haben Jitter unter 5 ms.
Welcher Tarif für welche Anwendung?
| Anwendung | Empfohlene Bandbreite | Hinweis zum Upstream |
|---|---|---|
| E-Mail, Surfen, soziale Medien | 10–25 Mbit/s | 1 Mbit/s reicht |
| HD-Streaming (1080p, ein Gerät) | 10 Mbit/s | 1 Mbit/s reicht |
| 4K-Streaming (ein Gerät) | 25 Mbit/s | 1 Mbit/s reicht |
| Mehrere parallele 4K-Streams | 100 Mbit/s | 5 Mbit/s sinnvoll |
| Home Office mit Videokonferenz | 25–50 Mbit/s | min. 5 Mbit/s |
| Online-Gaming | 16–50 Mbit/s; Latenz wichtiger als Bandbreite | 3–5 Mbit/s |
| Cloud-Backup, große Uploads | 50–100 Mbit/s | min. 10 Mbit/s, höher besser |
| Haushalt mit 4–6 Geräten parallel | 100–250 Mbit/s | min. 10 Mbit/s |
Warum 250 Mbit/s nicht überall ankommen
Die in der Werbung genannten Tarifgeschwindigkeiten werden nicht immer erreicht. Gründe:
- Leitungslänge: Die Bandbreite über Kupferleitung sinkt mit der Distanz zum Verteiler. Bei über 1000 Metern kann auch ein 250-Mbit/s-Tarif faktisch nur 100 Mbit/s liefern.
- Tageszeit: Abends zwischen 19 und 23 Uhr sind die Knotenpunkte stärker ausgelastet. Datenraten können dann um 10–30 Prozent sinken.
- WLAN-Engpässe: Die DSL-Geschwindigkeit kommt am Router an — über WLAN je nach Entfernung und Frequenzband (2,4 vs. 5 GHz) deutlich weniger.
- Endgeräte: Ältere Geräte mit Wi-Fi 4 (802.11n) schaffen über das WLAN selten mehr als 100 Mbit/s, auch wenn der Anschluss mehr liefert.
Geschwindigkeit messen
Wer prüfen will, was tatsächlich am Endgerät ankommt, sollte mit dem von der Bundesnetzagentur betriebenen Breitbandmessung-Tool messen — sowohl per LAN-Kabel als auch per WLAN. Die Messdaten werden vom Anbieter im Falle einer Minderungsforderung akzeptiert.